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Doppelzüngiger und trockener Humor - Lauerer zog Menschenmassen nach Henfenfeld Drucken E-Mail
Geschrieben von Reinhold Heinrich   
Eine Mehrzweckhalle voller Gäste, so etwas gibt es in Henfenfeld nicht einmal bei der Weihnachtsfeier. Dieses Mal war der Grund Toni Lauerer, der sein „25 Jahre Jubiläumsprogramm“ anbot.

 

Im wahren Leben ist Lauerer Standesbeamter in Furth im Wald, also ein Mann mit einem höchst ehrenwerten Beruf. Auf der Bühne wird er zum Beobachter des täglichen Lebens. Diese Gabe machte ihn zu einem der erfolgreichsten Kabarettisten Bayerns.Viel Zubehör braucht er nicht auf der Bühne, einen Stuhl und einen Tisch, um sein Weizenbierglas abzustellen. Dort legt er gleich los, erzählt, wie das Leben eben ist. Die Frau, die seit 40 Minuten das Bad blockiert, um sich hübsch zu machen ist die erste Zielscheibe, „es hilft sowieso nichts“, so seine Anmerkung. Dass vorgefertigte Glückwunschsprüche auch völlig daneben gehen können erfuhr das Publikum danach. Die Floskel, man wünscht alles Gute und viel Erfolg für den Nachwuchs taugt eben nicht für eine Primiz. Spätestens als er einen Reiseaufsatz eines norddeutschen Jungen - a Preiß halt – zum Besten gibt kocht die Stimmung in der Halle. Es ist halt so, dass für die nördlichen Bewohner Deutschlands unsere Maßkrüge gläserne Eimer sind. Der Unterton dabei: „Wer sich in fremde Gefilde begibt und sich mit den Bräuchen nicht auskennt, solle lieber sein Maul halten“.„Cool sein“ liegt heute in aller Munde, also begibt sich Lauerer in die Szene. Er setzt sich ein Häkeldeckchen aufs Haupt, DJ Ötzi lässt grüßen, und erzählt von einem Discobesuch in Straubing. Was aus der Verkleidung mit Skaterhose und offenen Schuhbändern der Turnschuhe wurde, trieb dem Publikum Lachtränen in die Augen. Als er sich einen doppelten Latte macchiato bestellt und daraufhin feststellt, dass dies bloß „a Kaffee ist“ brüllt der Saal. Lauerer riet auch tunlichst davon ab, in Diskotheken seine Blutdrucktabletten einzunehmen, dies könne Probleme mit der Drogenfahndung bringen.Zwischen ausführlichen Geschichten schmeißt er auch mal „a kurze blöde Gschicht“ ins Publikum. Er outet sich auch als Fan der Deutschen Mark, denn 400 Euro sind „in echtem Geld“ immerhin 800 Mark.Lauerer ist auch durchaus selbstkritisch, 1959 als er geboren wurde, hatte er 3770 Gramm, heute ist das gerade der Unterarm und sein Seitenprofil bezeichnet er als seine Problemzone.Klar wird, er ist kein Kostverächter, dies zeigt er in seiner Geschichte vom Brunchen deutlich auf. Allerdings schaut er auch aufs Geld, also muss sich der Brunch schon rentieren, denn wenn die Familie 47 Euro zahlt, wird gegessen was das Zeug hält, bis zum unfreiwilligen Gang zur Toilette.In der Pause hatte er alle Hände voll zu tun, um die Buchwünsche seiner Fans zu erfüllen, mit persönlicher Signatur und Widmung.Im zweiten Teil erzählte er „vo dahoam“, was sich so in seinem Privatbereich schon abgespielt hat. Wer kennt sie nicht, die Tücken mit einer Bauanleitung, besonders wenn das Produkt in Asien gefertigt wurde. Lauerers Erlebnisbericht vom Aufbau eines Schuhschränkchens traf voll ins Schwarze, der ganze Saal brüllte vor Lachen. Wenn er seine Stimme verstellt, Kinder, Frauen und Außenstehende darstellt wird dies ein besonderer Höhepunkt, eine feine Mimik gehört dazu, dazu eine knappe aber sitzende Gestik. Altersweise stellte er fest, dass der Spruch „des brauchsd doch ned“ zu nichts führt, damit kommt man nicht weit, ebenso wenig wie das oft gepriesene „Nein“. Viel Beifall gab es an diesen Abend, ohne Zugaben wollte man den Kabarettisten nicht entlassen.Der Vorsitzende des SVH, Reinhold Heinrich übergab zum Schluss einen großen Bocksbeutel als Dankesgeschenk und bedankte sich für einen tollen Abend.   Johann DechantFoto: J. Dechant 

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